„Die Schule wächst mit jedem Bauabschnitt und mit ihr steigt die Anzahl der glücklichen Kinder, die hier endlich lernen dürfen.”

Andreas Menke, Pate der PATRIZIA School Harare 

PATRIZIA School Harare, Simbabwe

Die PATRIZIA School Harare in Simbabwes gleichnamiger Hauptstadt ist ein schönes Beispiel dafür, wie nationale und internationale Zusammenarbeit mit ausgewählten Partnern wirkt: 2016 kann die „Rising Star“- Schule in der Siedlung „Hopley“ eröffnet werden. Nach Erweiterungen 2017 und 2018 bietet die Schule bereits sieben Gebäude. Im Mai 2019 begann der vierte Bauabschnitt – nachdem Ende der Regenzeit. Ziel sind 14 Klassenzimmer für je 50 Schüler. Ein wichtiger Schritt für das im südlichen Afrika gelegene Binnenland Simbabwe.

Die „Rising Star“-Schule in der Siedlung „Hopley“

Erfahren Sie im Video mehr über die PATRIZIA School in Harare:


2010 war dies noch undenkbar: Nach staatlich verordneten Zwangsumsiedlungen im Jahr 2005 mussten mehr als 30.000 Menschen ihren Heimatort verlassen. In der Folge entstand die Siedlung Hopley am südlichen Stadtrand Harares – eine Siedlung gänzlich ohne Infrastruktur, ohne Wasser, ohne Strom, ohne Schule. Tausende Kinder hatten keinen Zugang zu Bildung oder müssen weite, teilweise gefährliche Schulwege auf sich nehmen.

Viele Partner – ein Ziel 

Mit der einheimischen Organisation Visions of Hope und finanzieller Unterstützung der deutschen ZimRelief e.V. begann der Bau der modularen Grundschule 2016. Die Einnahmen der Urban Art- und Graffiti-Kunstaktion Scale Munich 2017 der PATRIZIA AG fließen ebenfalls in das Projekt. Neben der PATRIZIA Children Foundation unterstützten auch die Ingenieure ohne Grenzen mit 20 lokalen Arbeitern und lokale Bauunternehmen den Bau der einzelnen Abschnitte. Die lokalen Arbeiter und Bewohner Hopleys wurden so geschult, dass sie neue Abschnitte mehr und mehr selbstständig errichten können. Durch ein Feeding-Programm der Vision of Hope Foundation, unterstützt von ZimRelief e.V., bekommen die Schüler außerdem eine vollwertige Mahlzeit am Tag.

Bauabschnitt für Bauabschnitt wächst die Schule

2016 werden die ersten beiden Klassenzimmer fertig gestellt, im zweiten Bauabschnitt 2017 weitere zwei Räume. 2018 kommen weitere drei Klassenzimmer hinzu. So wird sich die Zahl der Kinder und Jugendlichen zwischen fünf und vierzehn Jahren, die jährlich die Schule besuchen können, bis Ende 2022 sukzessive auf 700 erhöhen. Realistisch rechnen die Erbauer aber mit einer Überbelegung, so dass bis zu 1.000 Schüler hier zur Schule gehen können.

Neue Chancen für die Bevölkerung Hopleys

Die Schule verändert das Viertel positiv. Sie ist zum Dreh- und Angelpunkt in Hopley geworden. Die Arbeiter, die beim Schulbau ein regelmäßiges Einkommen erzielen, können ihre Familien nun ernähren und ihren Kindern eine schulische Ausbildung ermöglichen. Manche nutzen ihre am Bau erworbenen Kenntnisse – und erbauen eigene Häuser oder bilden sich zum zertifizierten Maurer weiter. Viele geben ihr Wissen innerhalb der Gemeinde weiter.

Laut der Schülersprecherin Valentine Shoko ist auch die Anzahl junger Mädchen, die aus Alternativlosigkeit heiraten, zurückgegangen: Der neue Bau und die große Anzahl an Plätzen, die die Schule durch den erweiterten Bau anbieten kann, eröffnen vielen Mädchen eine wirkliche Alternative zu einer frühen Heirat. Mit der erworbenen Bildung kann ihr Weg in eine selbstbestimmte Zukunft beginnen.

Andreas Menke, Pate

Princess´s Glücksgeschichte

Die ganze Familie der 5-jährigen Princess hat in der Schule Hoffnung auf eine bessere Zukunft gefunden. Die Mutter unterrichtet an der Schule und auch ihre beiden älteren Geschwister sind hier Schüler.

Princess kann es gar nicht erwarten, im nächsten Jahr selbst in den neuen Klassenräumen unterrichtet zu werden. Sie lernt schon heute mit ihren Geschwistern Englisch und kann sich in der fremden Sprache bereits persönlich vorstellen.

Die kleine Princess besucht die ECD Klasse (Early Child Hood Development) der Rising Star Schule in Hopley. Sie ist ein richtiges Energiebündel und kann ihre zahlreichen Interessen an der Schule bestens ausleben. Besonders mag sie herumtoben, Netball spielen und musiziert gern in der Percussion Band. Die Arbeiten unserer Partner, den Ingenieuren ohne Grenzen, am zweiten Bauabschnitt der PATRIZIA Children Foundation, verfolgte sie mit großem Interesse.

Langweilig wird es Princess selten. Dafür sorgt auch ihre Familie. Außer ihrem Papa sind auch Mama Marjory als Lehrerin, Shantel (9 Jahre) und Ethel (11 Jahre) an der Schule. Gemeinsam laufen sie jeden Morgen und Abend die 2 km Schulweg. Shantel besucht die vierte Klasse und freut sich immer besonders auf den Englischunterricht. Ethel besucht seit diesem Schuljahr die 6. Klasse. Zuvor musste sie auf eine 30 Kilometer entfernte Schule gehen. Ethel gehört zu den vielen Kindern, die nun wegen des neu entstandenen Schulblocks auf die Rising Star Schule wechseln konnten. Mutter Marjory ist staatlich anerkannte Lehrerin. Sie ist glücklich, dass ihre drei Mädchen an der Schule bestens versorgt und ausgebildet werden und sie viel Zeit mit ihnen verbringen kann.