„Mit Ihrer Spende unterstützen Sie direkt unser aktuellstes Projekt – ein Kinderheim für Mädchen in Indien.“
Alexander Busl, Geschäftsführer der PATRIZIA Children Foundation

PATRIZIA Child Care  Porayar, Indien

Eins unserer jüngsten Projekte ist ein frisch eröffnetes Gebäude in Südindien: Das PATRIZIA Child Care Porayar. Das neue Mädchenwohnheim beherbergt aktuell 240 bedürftige Mädchen im Alter von 5 bis 17 Jahren. Die Kinder und jungen Frauen kommen ausnahmslos aus armen und familiär schwierigen Verhältnissen. Viele von ihnen sind Halb- oder Vollwaisen. 

Das neue PATRIZIA Child Care Porayar bietet ihnen ein Zuhause mit familiärem Umfeld, festen Strukturen und Verantwortlichkeiten. Der zweistöckige Neubau mit sanitären Anlagen nach westlichem Standard gewährt den Mädchen nun ein sicheres Zuhause. Der riesige Innenhof mit großem Spielplatz bietet viel Platz zum Spielen und ausgelassenem Toben. Zu gemeinsamen Aktivitäten kommen sie zudem mehrmals täglich im Speisesaal zusammen. Und der neu angelegte Garten liefert dank des fruchtbaren Bodens in Porayar künftig reichhaltiges gesundes Essen für die Mädchen. 

Staatliche Auflagen machten den Bau des neuen Unterkunftsgebäudes nach einem Termitenbefall notwendig, um die Betriebserlaubnis nicht zu verlieren. An dieser Stelle kam die PATRIZIA Children Foundation ins Spiel und errichtete das neue Heim. Aktuell finden dort bereits 240 aufgeweckte Mädchen Schutz und Geborgenheit im Mädchenwohnheim, auf längere Sicht bietet es Platz für knapp 280 junge Frauen. 

Keine Selbstverständlichkeit: Schulische Ausbildung 

Die direkt angrenzende Schule ermöglicht den Mädchen zudem eine Schulbildung und damit die Chance auf eine selbstbestimmte, bessere Zukunft. Das ist durchaus etwas Besonders. In Indien werden Mädchen immer noch stark diskriminiert: Gerade arme Familien ermöglichen oft ausschließlich ihren Söhnen den Besuch einer Schule. 

Im PATRIZIA Child Care Porayar geht man noch einen Schritt weiter: Ein Wachmann des Wohnheims begleitet die älteren Mädchen auf dem Weg in die nächste Stadt, wo sie die oberen beiden Klassenstufen besuchen. So wird den jüngeren und älteren Mädchen gleichermaßen der Schulbesuch und ein sicherer Schulweg ermöglicht. 

Starke Partnerschaft mit ELM

Projektpartner der PATRIZIA Children Foundation ist mit diesem Projekt erstmals das evangelisch lutherische Missionswerk in Niedersachsen (ELM). Als gemeinsame Partnerkirche in Porayar betreibt die Tamilische Evangelisch-Lutherische Kirche (TELC) das Kinderheim seit 1994. Leiterin Katherinal Punithavathy und ihre 13 Mitarbeiterinnen erziehen die Mädchen aller Konfessionen nach christlichen Werten, jedoch ohne strenges Dogma. Ziel ist, die Mädchen auf ihrem Weg zum Schulabschluss mit anschließender Ausbildung oder universitärer Ausbildung zu begleiten. 

Alexander Busl, Pate

Überwältigend: Unser Empfang im Child Care Porayar

Mit Herzlichkeit und Freude zum Ziel

Reisebericht Indien – Sabine Schillinger-Köhne

„Mädchen großzuziehen ist so, wie wenn man den Garten des Nachbarn wässert“. So besagt es ein indisches Sprichwort. Leider bringt es nach wie vor die Stellung der Mädchen und Frauen in großen Teilen des bevölkerungsreichen südasiatischen Staats drastisch und deutlich auf den Punkt. Genau deshalb ist die Arbeit der PATRIZIA Children Foundation hier so wichtig. Anlässlich der Eröffnung des 17. Children Center hat sich Stiftungsvorstand Sabine Schillinger-Köhne ein eigenes Bild vom PATRIZIA Child Care Porayar und dem Leben in Indien gemacht. Hier berichtet sie von ihren Eindrücken.

In unserem neuen Mädchenwohnheim im südindischen Porayar helfen wir Mädchen aus armen, zerrütteten Familien. Viele sind Halb- oder Vollwaisen und benötigen ein Dach über dem Kopf. Sie brauchen eine neue familiäre Umgebung, um geschützt und behütet aufwachsen zu können. Dazu gehören auch feste Strukturen, geregelte Mahlzeiten und Schulbildung. Nach einem Termitenbefall drohte das alte Mädchenwohnheim einzustürzen und musste geschlossen werden. Unter anderem durch die Unterstützung der PATRIZIA Children Foundation konnten wir ein neues zweistöckiges Gebäude für künftig 280 Mädchen errichten.

Alltag der Mädchen im PATRIZIA Child Care Porayar

Vom ersten Tag an bin ich begeistert, wie herzlich und freundlich der Ton im Wohnheim ist. Die 13 Mitarbeiterinnen begegnen den aktuell rund 240 Mädchen im Alter von fünf bis 17 Jahren auf Augenhöhe. Sie geben den jungen Frauen aller Konfessionen Selbstvertrauen, verteilen Aufgaben und Pflichten im Gruppengefüge und begleiten sie auf dem schulischen Weg in eine Ausbildung. Viele Mädchen besuchen die direkt angrenzende Schule. Ein Wachmann des Wohnheims begleitet die älteren Mädchen  auf dem Weg in die nächste Stadt, wo sie die oberen beiden Klassenstufen besuchen. Alltägliche Aufgaben wie selbstständiges Wäschewaschen und Teller spülen helfen den jungen Bewohnerinnen, Verantwortung zu übernehmen, zugleich können sie sich auf dem großen Platz hinter dem Wohnheim und auf dem Spielplatz auch einfach austoben.

Unser neuer Projektpartner für die langfristige Zusammenarbeit in Indien: ELM

In Porayar arbeiten wir das erste Mal mit dem Projektpartner ELM – dem Evangelisch Lutherischen Missionswerk in Niedersachsen – und ihrem lokalen Partner TELC (Evangelisch Lutherische Tamilkirche) zusammen. Unsere Ansprechpartnerin Ute Penzel von ELM ist mit dem Projekt sehr verbunden und hat selbst jahrelang in Indien gelebt. Bei meinem Vor-Ort-Besuch steht sie mir jederzeit zur Seite, um einen tieferen Einblick in den Alltag der Mädchen zu bekommen. 

Mittags in der Kantine
Child Care in Porayar, Indien. Sabine Schillinger-Köhne verteilt Kuchen
Die Geburtstagstorte wird mit allen geteilt

Stellung der Frau in Indien 

Als weiblicher Stiftungsvorstand ist es mir ein Anliegen, das Thema `Stellung der Frau in der indischen Gesellschaft` zu beleuchten. Wir alle kennen die alarmierenden Zahlen von verstoßenen, vergewaltigten und abgetriebenen Mädchen in Indien. Durch Gespräche mit den Verantwortlichen und den Mädchen selbst erfahre ich in den Tagen vor Ort viele Einzelschicksale. Genau deshalb unterstützen wir mit dem PATRIZIA Child Care genau diejenigen, die unsere Hilfe am dringendsten benötigen. 

Welcome-Party mit mehr als 200 Gästen

Unser Empfang ist überwältigend: Spalier stehende Mädchen, Fähnchen und tosender Applaus erwarten Ute Penzel und mich bei unserer Ankunft am Mädchenwohnheim. Die Heimleiterin Katherinal Punithavathy heißt uns sehr herzlich willkommen. Im großen Versammlungssaal begrüße ich die Mädchen offiziell und berichte, wie wir bei der PATRIZIA Children Foundation weltweit “Gemeinsam Zukunft bauen”. Jemand muss den Mädchen von meinem heutigen Geburtstag verraten haben, denn es folgt eine riesige Geburtstagstorte und on top bekomme ich einen Sari geschenkt. Wow, von so viel Herzlichkeit bin ich tief beeindruckt! 

Wir schneiden die Torte in viele kleine Stücke und verteilen fleißig, um alle glücklich zu machen. Nach dem offiziellen Teil scharen sich die Mädchen interessiert um mich und überschütten mich mit Fragen. Neben Englisch verständigen wir uns mit Händen und Füßen, es klappt wunderbar.

Vom Schulbesuch, über Krokodile und Nagellack

Am nächsten Tag haben wir die Möglichkeit, den Kindern in der Schule einen Besuch abzustatten. Wir erfahren, was gerade auf dem Lehrplan steht. Im Anschluss essen wir gemeinsam in der großen Küche des Wohnheims. Ich lerne die indische Küche in ihrer ganzen Vielfalt kennen. Einmal die Woche bekommen die Mädchen Fisch und Fleisch, sonst ernähren sie sich vegetarisch. Wie in Indien üblich, essen wir alle mit der rechten Hand. 

Der PATRIZIA Children Foundation ist es wichtig, in den Alltag der Mädchen einzutauchen. Also nutze ich die gemeinsame freie Zeit am Nachmittag, um auf dem großen Platz beim Wohnheim mit den Mädchen zu spielen. So lerne ich, dass Brennball hier Crocodile heißt und dass viele Spiele kultur- und länderübergreifend beliebt sind. Wie auch die Themen Nagellack und Modeschmuck, wobei ich als Mutter von drei Jungs eventuell nicht die beste Beratung für die Mädchen bin.

Schulunterricht in der angrenzenden Schule

Porayar in Indien: Das 17. PATRIZIA Children Center wird feierlich eröffnet

Der Eröffnungstag des 17. PATRIZIA Children Center startet mit Glücksritual

Bereits mit Sonnenaufgang haben wir nach einem indischen Ritual Milch im traditionellen Kochtopf zum Überkochen gebracht und mit zahlreichen Gewürzen verfeinert, um der Hauseröffnung Glück zu bringen. Im Anschluss wird der Topf mit Blumen verziert und bemalt.

Ab 5 Uhr morgens schälen viele Helfer im Innenhof des Mädchenwohnheims die Zutaten für das abendliche Essen: Erbsen, Bohnen und bohnenähnliche Drumsticks werden zu unterschiedlichen Soßen und Dips verarbeitet, um sie anschließend von traditionellen Bananenblättern mit Reis zu essen. Mit zahlreichen Gästen aus der Region, Repräsentanten der hiesigen Tamilkirche sowie dem verantwortlichen Administrator startet die offizielle Eröffnung. Die Mädchen führen fröhliche Tänze mit landestypischem Gesang auf und zahlreiche Redner kommen zu Wort. In meiner Ansprache betone ich das positive Signal, das die Eröffnung für die Mädchen bedeutet und wie wichtig die Investition für ihre Zukunft ist. 

Der ausgelöste Schneeball-Effekt durch den Neubau des Wohnheims zeigt auf, was Hilfe in der Gemeinde und Community vor Ort bewirken kann: So bekam das Mädchenwohnheim eine neue Außenmauer geponsert, Geräte für den Spielplatz und Pflanzen zum Anlegen des Gartens.

Das dürfte die Mädchen darin bestärken, was sie mir bereits vermitteln konnten: Es sind nicht die Umstände, die entscheiden, ob das Leben gut oder schlecht ist, sondern die Einstellung und die Haltung. Und die ist in Porayar eine grundoptimistische und positive – so mein Fazit der Reise. 

Bildergalerie PATRIZIA Child Care Porayar: